Vorbereitung, oder die fünf P

Ein Grundsatz im Survival lautet: "Propper Preparation Prevents Poor Performance".

Dies bedeutet, dass eine gute Vorbereitung dabei helfen kann Gefahrensituationen zu entschärfen, oder ihnen sogar ganz aus dem Weg zu gehen. Schlimme Situationen haben oft eine Entstehungsgeschichte, die noch zusätzlich durch schlechte Entscheidungen beschleunigt wurde.

Das deutschsprachige Pendant zu den fünf P ist das Apronym "PEAK". Dieses steht stellvertretend für: Planung, Einschätzung, Ausrüstung, Kontrolle.

Fragen die du dir vorab stellen solltest:

  • Wen habe ich über mein Vorhaben informiert?
  • Ab wann wird an welchem Ort nach mir gesucht werden?
  • Kenne ich das Gelände und bin ich ausreichend ausgestattet?
  • Verfüge ich über die nötigen körperlichen und geistigen Ressourcen?
  • Von welchen Faktoren bin ich zusätzlich abhängig (Wetter, Tourenguide, Gruppenentscheidungen, etc.)?
  • Gibt es ein konsequentes Zeitmanagement?

 

Survival Prioritäten

Die Survival Prioritäten für einen Notfall sind universell anwendbar und einfach zu merken.

  • Protection
  • Location
  • Water
  • Food

Protection bedeutet neben einer medizinischen Erstversorgung vor allem Schutz vor den Elementen. Egal ob brennende Wüstensonne, oder ein herbstlicher Regenschauer. Eine improvisierte Notbehausung ist schnell errichtet und bietet dir zusätzlich auch eine mentale Unterstützung in unbekanntem Terrain.

Location bedeutet auf sich aufmerksam zu machen. Vielleicht kennst du deine eigene Position nicht, aber es soll grundsätzlich für die Rettungskräften möglichst einfach sein dich zu finden. Verschiedene Methoden und Notsignale werden dir in einem Survival Grundkurs in der Schweiz, in Liechtenstein, oder an einem Ort deiner Wahl beigebracht.

Water bedeutet dem Umstand Sorge zu tragen, dass der Mensch zu großen Teilen aus Wasser besteht. Faktoren wie Temperatur und körperliche Tätigkeit tragen zu einem erhöhten Wasserbedarf bei. Ein wichtiger Themenkomplex in meinen Kursen stellt immer das Auffinden und trinkbar machen von Wasser dar.

Food bedeutet mehr als nur die Aufnahme von Proteinen, Fetten, Kohlenhydraten, Ballaststoffen, Spurenelementen und Vitaminen. Der menschliche Körper kommt erstaunlich lange ohne Nahrung aus. Jedoch sollte man vor allem die positiven mentalen Effekte von Nahrung nicht unterschätzen.

 

Vier Tipps gegen Zecken

Weltweit sind über 900 Zeckenarten bekannt, viele von ihnen übertragen Krankheitserreger. Die in Mitteleuropa am weitesten verbreitete Familie ist die Schildzecke. Alle Wirbeltiere kommen für sie als Wirt in Frage. Zecken übertragen u.a. die Viren, die zur gefährlichen FSME führen können und die Bakterien, die Borreliose verursachen. Sie erkennen die Gegenwart ihres potentiellen Wirts durch ein hoch spezialisiertes Organ, welches Kohlendioxid (Atmung), Ammoniak (Urin) und Vibrationen (Bewegung) erkennt.

Neben einer Impfung, haben sich für mich diese vier Tipps bewährt:

  • Halte dich von Laubstreu im Wald und v.a. von hohem Gras, insbesondere in Gebieten wo der Wald an Felder grenzt fern. Viele Wirtstiere leben (Mäuse), oder durchqueren diese Zonen (Wild) und sind somit für Parasiten besonders attraktiv.
  • Trage geschlossene, lange Kleidung. Zecken klettern nicht viel höher als 1,50 Meter. Sie klammern sich gerne an Hosenbeinen fest und dringen über Öffnungen zur Haut vor. Es kann zusätzlich von Vorteil sein, wenn man die Hosenbeine in die Socken steckt. Auf heller Kleidung lassen sich zudem Zecken leichter erkennen.
  • Verwende insektenabweisende Mittel, sogenannte Repellents. Für mich hat sich eine Kombination aus NOBITE für Kleidungsstücke und Anti-Brumm für die Haut bestens bewährt.
  • Nach einem Marsch durch hohes Gras oder Gestrüpp solltest du dir die Hosenbeine und ggfs. die Arme kurz und kräftig abstreichen. Hinzukommt das genaue Absuchen der gesamten Haut und das Ausschütteln der Kleidung am Ende des Tages.